Die Kriegsverkäufer

Im Krieg werden Presse- und Meinungsfreiheit zugunsten der nationalen Sicherheit eingeschränkt, auch in Demokratien. Nach welchem Muster Regierung und Militär in den USA die öffentliche Meinung seit dem Ersten Weltkrieg lenken und weshalb sich Medien selber zensieren, zeigt der deutsche Journalist Andreas Elter in seinem Buch „Die Kriegsverkäufer“, das auf Recherchen in US-Archiven basiert.

Die USA bieten sich dem Autor als Untersuchungsbeispiel an, weil sie eine Weltmacht sind und alle ihre Kriege mit dem Kampf für Freiheit und Demokratie rechtfertigen. Zudem seien die USA in der Medien- und Kommunikationstechnik führend, ohne die Massenpropaganda gar nicht denkbar wäre.

 

Das meinungspolitische «Kreislaufmodell»

 

Der politische Konsens hat stets einen Einfluss darauf, wie eine Regierung ihre Propaganda gestaltet (Werbung oder massive Beeinflussung und Zensur). Dieser Konsens wird von den Medien mitgeprägt, die folglich im Krieg nicht mehr ihre angestammte Rolle als Kontrolleure in der demokratischen Gesellschaft einnehmen können. Elter hat für diese Vernetzung folgendes «Kreislaufmodell» aufgestellt:

 

  1. Die Medien transportieren in ihrer Berichterstattung mehr oder weniger kritiklos den von der Regierung vorgegebenen politischen Konsens.
  2. Die Medien geben den Zuschauern eine Meinungsrichtung vor. Die einen sehen sich  bestätigt, die andern passen sich der Meinung der Allgemeinheit an, weil es ihnen an alternativen Informationsquellen oder am Mut zu einer abweichenden Meinung fehlt.
  3. Meinungsumfragen erhärten die Zustimmung zum nationalen Konsens und klammern aus, dass viele der Befragten nur aus gesellschaftlichem Opportunismus zustimmen.
  4. Die Regierung fühlt sich durch die Umfrageergebnisse bestätigt und richtet ihr Handeln danach aus.
  5. Das Handeln der Regierung wird wiederum von den Medien wahrgenommen und resultiert in entsprechender Berichterstattung. Der Kreis schliesst sich und alles beginnt wieder von vorn.

 

Elisabeth Weyermann

 

Die Kriegsverkäufer 2.pdf
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